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Und plötzlich war alles anders

Hallo ich bin die Mama von Kilian und möchte euch gerne meine Geschichte erzählen.

 

Für mich fing es schon schlimm an als ich mein Kind abholen wollte und vor dem Haus den Krankenwagen und die Polizei sah.

Es war wie ein Stromschlag der meinen Körper komplett unter Strom legte und ich wusste sofort das es mein Kind war dem dort etwas passiert ist. Ich rannte also los und schon als ich um die Ecke bog und mein Kind dort liegen sah, kam mir ein Polizist entgegen, hielt mich fest und lies mich nicht zu ihm. Ich schrie immer wieder seinen Namen und musste mit ansehen wie die Ärzte ihn Wiederbelebten, aber ich kam nicht an ihn ran. Ich zitterte am ganzen Körper, wusste nicht was da passiert ist und dann noch die Frage von einem Polizisten, wann ich mein Kind zuletzt Lebend gesehen habe, warf mich komplett aus der Bahn. Am liebsten hätte ich geschrien das die ganze Welt mich hören kann aber es ging nicht, ich war wie gefesselt und konnte nur heulen und immer wieder fragen:  WARUM ???

Für mich war das geschehene nicht so leicht wegzustecken, so wie Kilian es geschafft hat. Die Ärzte sagten mir, dass diese Nacht darüber entscheiden wird ob er es schafft oder ob ich mit dem Schlimmsten rechnen muss. Ich hatte ein Zimmer im Schwesternwohnheim das sich direkt im Krankenhaus befand, damit ich immer in der Nähe meines Sohnes sein konnte. Die Zeit, wie er da in seinem Bett lag, so hilflos und völlig den fremden Ärzten überlassen, an so vielen Maschinen die ihn am Leben hielten, ständiges piepen der Herz- Lungenmaschine die ihn beatmete und zeigte wie hoch seine Herzfrequenz war, die Schläuche in seinem Gesicht und am Hals, all das werde ich niemals vergessen. Es war für mich die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich konnte nicht helfen, konnte nur am Bett sitzen und ihn anschauen, leise mit ihm reden, ihn streicheln oder ihm Lieder vorsingen. Aber hörte er mich auch? Ich wußte es nicht. Aber ich gab die Hoffnung nicht auf, dass es irgendwann ein Zeichen geben würde, das er mich hören kann. Am nächsten Morgen dann die Nachricht dass mein Sohn durch das viele Wasser was sich in seiner Lunge befand nun noch eine Lungenentzündung dazubekam und ich noch länger warten musste um zu erfahren ob er es Überlebt oder nicht. Sämtliche Freunde, Bekannte und vor allem Verwandte kamen um ihn zu sehen und mir seelischen Beistand zu leisten, aber es durfte immer nur einer in sein Zimmer da er sehr viel Ruhe brauchte. Er sollte auf keinen Fall mitbekommen das jemand in seinem Zimmer ist, damit er sich nicht aufregt und sein Zustand dadurch noch verschlechtert wird. Alle waren super leise und sind nach einem kurzen Besuch wieder nach Hause gefahren um keine Unruhe hier herein zu bringen. Natürlich war ich jedem einzelnem Dankbar das sie sich kurz nach Kilians Zustand erkundigt haben.

Wieder ein Tag später dann der rettende Augenblick der mir zeigte dass mein Sohn auf dem Weg der Besserung sei. Die Maschinen piepsten mal wieder laut vor sich her und Kilian hat es mitbekommen. Er bewegte seinen Kopf, hob seinen Finger und sagte mit geschlossenen Augen: Piep, da Piep! Es war einfach wunderbar zu sehen das der kleine seine Umwelt also doch wahrgenommen hat. Die nächste Nacht war einfach mal wieder eine Normale Nacht zum schlafen ohne Angst haben zu müssen das Kilian es doch nicht schafft. Er war ja übern Berg, so die Ärzte. Als ich Morgens wieder zu ihm ins Zimmer wollte sah ich das dort eine Kamera aufgestellt wurde die direkt auf Kilian gerichtet war. Es kam auch gleich der Arzt ins Zimmer und erklärte mir, das Kilian in der Nacht starke Krampfanfälle erlitten hat und wegen dieser nun unter ständiger Aufsicht steht, damit das Personal schneller zur Hilfe kommen kann.

Etwa zwei Wochen später durften wir schon auf die normale Station. Die Freude darüber war riesig. Endlich hatte die Zeit wo ich ständig unter Heulkrämpfe litt und mit dickgeschwollenen Augen durchs Krankenhaus lief, ein Ende. Er bekam ein Einzelzimmer, was ich auch gut fand damit er seine Ruhe hatte die er ja auch noch brauchte. Auf der Station wurden wir gut und nett aufgenommen. Alle sorgten sich um ihn. Ich bemerkte schnell das Kilian nicht mehr dass alles konnte was er schon gelernt hatte. Er konnte z.B. nicht mehr sein Kopf halten, nicht mehr Laufen, nicht Krabbeln, sitzen oder den rechten Arm bewegen. Alles war wie auf Anfang gedreht und musste neu erlernt werden. Es war wirklich eine schwere Zeit. Meine Ma wollte auch gerne Zeit mit ihm verbringen und hat mich dann weggeschickt damit ich mal wieder etwas Zeit für mich hatte, aber richtig lange weggehen konnte ich gar nicht. Immer wieder waren meine Gedanken bei meinem kleinen Sohn der doch gerade mal zweieinhalb Jahre auf dieser Erde war und nun schon wieder alles neu erlernen musste. Im gegensatz zu mir ging es Kilian wirklich gut. Er war immer gut gelaunt und willig neues zu Entdecken. Noch auf der Station bekam er Krankengymnastik und Musiktherapie. Beides hat er gut angenommen. Die Physiotherapeutin machte mit ihm besondere Übungen bei denen er bei bestimmten Berührungen anfing den Kopf zu bewegen. Es war einfach Klasse zu sehen wie es wieder Bergauf ging. In der Musiktherapie Stunde war er wie in einer anderen Welt, so sprach er auf die Musik an. Er merkte das Musik ihm gut tut. Die Ärzte versuchten einen Platz im Rehazentrum in Bremen Friedehorst für Kilian zu bekommen und hofften das wir nicht mehr so lange warten mussten, denn es sollte direkt vom Krankenhaus dort hingehen. Um ihn bei Stimmung zu halten musste man sich immer wieder neues ausdenken, was nun wirklich nicht leicht war, da wir uns nicht auf der Station  bewegen durften, um anderen Infektionen aus dem Weg zu gehen, und uns nur in seinem Zimmer aufhalten mussten. Dazu kam noch das  Kilian ja nichts mitmachen konnte. Er liebte es wenn man Seifenblasen machte, oder ihm leise etwas vorsang. Auch fand er es toll wenn man ihn einfach auf den Schoß nahm und etwas rumalberte oder Hoppe Reiter spielte.

Nach sieben Wochen Krankenhaus dann endlich der Tag der Abreise in eine neue Umgebung. Wir waren ziemlich nervös, das merkte man auch Kilian an. Wir wurden von einem Taxi direkt ins Reha Zentrum gefahren. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir in Bremen an. Als wir mit unseren Taschen dann zur Anmeldung liefen wurden wir schon erwartet und mussten noch einiges an Papierkram erledigen und wurden dann kurz darauf von einer Dame abgeholt, die sich uns als die für uns zuständige Ärztin vorstellte. Sie brachte uns auf Kilian´s neues Zimmer und zeigte uns die Station die in mehreren Fluren aufgeteilt war. Kilian´s Zimmer befand sich im Traubeflur. Es waren schöne große Zimmer und hielten viel Platz für Private sachen die man sich selbstverständlich mitbringen durfte. In dem Zimmer war schon ein kleiner Junge, der ungefähr ein oder zwei Jahre älter war als Kilian. Er lag in seinem Bett mit einer schweren Spastik und freute sich, jedesmal wenn wir den Raum betraten, uns zu sehen. Als wir die Tasche von Kilian ausgepackt hatten, liefen wir den Flur entlang und schauten uns ein wenig um. Es hingen sehr viele Fotos an der Wand von ehemaligen Reha Patienten und es war erstaunlich wie sie sich alle verändert haben in der Zeit als sie hier waren. Ein Frau stellte sich mir vor und sagte mir das wir in gut zwei Stunden unser Aufnahme Gespräch haben. Sie zeigte mir den Raum in dem das Gespräch stattfinden sollte und zeigte mir das Haus in dem ich ein Zimmer bekäme um immer in der Nähe zu sein. Es war ungefähr 10 min. zu Fuß aber noch auf dem gleichen Gelände. Das Gespräch begann und ich war tierisch nervös ja sogar etwas Angst tat sich in mir auf als ich plötzlich in einem Raum saß mit zwei Ärztinnen und zwei Betreuern die für Kilian dann zuständig waren. Sie fragten mich was passiert ist, wie es geschah und wann und, und, und. Dann fragten sie mich was ich von dieser Reha hier denn erwarte und ich antwortete wie aus der Pistole geschossen, das ich auf jeden Fall will das Kilian wieder laufen lernt und sich Frei bewegen kann. Sie schauten mich an, dann schauten sie sich an und dann wieder mich und meinten dann, das es ziemlich aussichtslos sei das ein Mensch, der eine viertel std. unter Wasser lag wiederbelebt wurde und dann noch eine dreiviertel std.im Krankenwagen ununterbrochen eine Herzmassage bekommt, das er wieder selbstständig laufen kann. Aber ich wollte dass sich mein Sohn irgendwann wieder alleine durch die Wohnung bewegen kann. Es war mein größter Wunsch dass er alleine Laufen kann. Die erste Woche verging und ich wollte nur noch weg hier. So viele schwer kranke Kinder, Schwerbehindert und ohne Aussicht auf Besserung. Ich fand es nur schrecklich und telefonierte täglich mit meiner Ma und erzählte ihr unter Tränen das ich es nicht aushalte zwischen den vielen schweren Fällen. Sie munterte mich immer wieder auf und löste mich sogar mal wieder ab das ich wieder etwas abschalten konnte. Es war so hilfreich das sie da war. Kilian bekam seinen ersten Therapieplan und der war voll von Ergotherapie, Krankengymnastik und Logopädie.Es war echt super und er hatte spass daran. Ab und zu fielen Kilian´s Hände oder Füße in die Spastik und ich bog die Gelenke einfach wieder zurück in  die normale Haltung. Ich wollte das er so normal wird wie irgendwie nur möglich.

Die Wochen vergingen wie im Flug und ich hatte mich nun auch mit der Situation abgefunden das mein Kind nun anders ist als andere Kinder. Kilian fing an auf den Knien zu laufen und er bekam dann auch einen Stehtisch. Dort wurde er drangestellt und festgeschnallt, so das er nicht umfallen konnte. Er musste täglich eine bestimmte Zeit am Tisch stehen damit die Muskeln und der Kreislauf sich wieder an die waagerechte Haltung gewöhnen konnten. Und siehe da, er lernte laufen, mein Sohn, dem die Ärzte das nicht zugetraut hätten, hat gelernt wieder alleine zu laufen. Sogar das Treppensteigen und Fahrrad fahren hat er gelernt.

 

 

Die Geschichte geht noch weiter. Schaut doch öfter mal nach, ich werde immer wieder etwas neues hinzufügen ...

2.12.15 08:33
 
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